Medizinische Tipps
© Dr. med. H. Wilke
HausArztZentrum Fürker Strasse
Vielfach scheuen Laien davor zurück, im Falle eines Falles Erste Hilfe zu leisten oder gar sich um eine bewußtlose Person zu kümmern. Dabei kommt es zuweilen auf Sekunden an, die darüber entscheiden, ob ein Mensch mit einem Kreislaufstillstand evtl. überleben kann oder nicht. Sie können Hilfe leisten und es ist schon manchem Ersthelfer geglückt, seinen Beitrag dazu zu leisten, dass ein Mensch gerettet werden konnte. Wir möchten Ihnen hierzu Mut machen! Das Wichtigste: Auch wenn die Situation noch so aufregend sein mag, bewahren Sie einen kühlen Kopf und versuchen Sie, folgende Punkte durchzuführen: Bewußtlosigkeit? Verschaffen Sie sich ein Bild der Lage: Ist die Person ansprechbar - dann erfahren Sie ggf., welche Hilfe erforderlich ist. Falls sie bewußtlos ist, versuchen Sie, durch Rufen und Ansprechen von Umstehenden Mithelfer zu bekommen. Atmung? Prüfen Sie kurz, ob die Person atmet (Atembewegungen? Lufthauch?). Wenn nein: Vergewissern Sie sich kurz, ob Fremdkörper (zB. Gebiß) oder Speisereste im Mundraum sind; diese sollte erst entfernt werden (evtl. mit einem Tuch). Dann überstrecken Sie den Kopf nach hinten und heben das Kinn an. Falls irgendwie möglich, sollte ein Notruf durch jemanden, der zB. ein Handy hat, abgesetzt werden - Nummer: 112. Hier ist es wichtig, dass der Betreffende angibt, wo der Patient aufzufinden ist, was vorliegt (”bewußtlose Person”). Evtl. gibt auch die Rettungsleitstelle erste Informationen, wie man weiter verfahren soll! Beginn mit Herzdruckmassage! Es ist nicht grundsätzlich schwer und es kann jeder! Man beginnt mit 30 Herzdruckmassagen (früher wurden weniger empfohlen, dies ist die aktuelle Richtlinie!). Dazu entkleiden Sie rasch den Oberkörper soweit wie möglich und orientieren sich an der Mitte der Brust. Es ist hilfreich, wenn Sie zuvor bei sich selbst schon einmal das Brustbein getastet haben: es ist der Knochen in Brustmitte, der bis zum Oberbauch reicht. In der unteren Brustbeinhälfte ist der optimale Punkt. Knien Sie am besten seitlich vom Patienten und legen die Hände übereinander. Drücken Sie bei gestreckten Armen mit dem Handballen der unten liegenden Hand so auf den Brustkorb, dass er etwa 5-6 cm eingedrückt wird (nicht zu zaghaft). Die Kraft holen Sie am besten aus dem Oberkörper, nicht aus den Armen, sonst wird es schnell ermüdend. Lassen Sie nach jedem Druck den Brustkorb wieder kurz frei. Kennen Sie den alten Disco-Hit “Staying Alive”? Summen Sie ihn in Gedanken mit, dann haben Sie automatisch das richtige Tempo (etwa 100 Druckmanöver pro Minute)! Beatmen. Nach den 30 Massagen sollten 2 Beatmungen erfolgen. Sind Sie allein und schaffen nicht den raschen Wechsel, machen Sie notfalls ohne Beatmung weiter mit der Herzmassage. Sind Sie zu zweit, kann ein Helfer die Mund zu Mund - Beatmung durchführen: Der Helfer legt nach Möglichkeit ein sauberes Tuch über die Mundpartie des Patienten, hält seine Nase mit einer Hand zu und umschließt möglichst die ganze Mundpartie mit seinem Mund. Jetzt tief in den Patienten ausatmen. Danach holt er ein weiteres Mal Luft und wiederholt das Manöver. Wichtig ist, dass die Atemwege frei sind (notfalls den Mund frei räumen, ein evtl. vorhandenes Gebiß entfernen und auch darauf achten, dass der Kopf des Patienten nach hinten überstreckt ist). Alternativ ist die Mund zu Nase - Beatmung: Hier hält man am besten mit einer Hand das Kinn des Patienten hoch, und drückt sanft den Mund zu; jetzt kann man die Atemspende durch die Nase geben. Auch hier sind 2 Atemspenden vorgesehen. Danach erfolgen wieder 30 Herzmassagen. Wann darf man aufhören? Wenn der Patient plötzlich wieder selbst atmet, wenn der Rettungsdienst eingetroffen ist oder man selbst vor Erschöpfung nicht mehr helfen kann (!). Vielfach gibt es in öffentlichen Gebäuden bereits sogenannte Defibrillatoren, die von Laien bedient werden können. Scheuen Sie sich nicht, ein solches Gerät zu benutzen - sie können kaum etwas falsch machen! Das Gerät führt Sie - meist sprachassistiert - durch die einzelnen Bedienungsschritte, wenn Sie es eingeschaltet haben und entscheidet, ob ein Elektroschock zur Behebung des Herzstillstandes abgegeben werden darf. Sind Sie allerdings unsicher oder das Gerät lässt sich nicht rasch genug einsatzbereit machen, sollten Sie erst einmal mit der Herzdruckmassage weitermachen. Nochmals: Solange keine professionelle Hilfe vor Ort ist, hat der Patient nur Sie als Retter - helfen Sie einfach. Nichts zu tun, aus Angst, etwas falsch zu machen, ist die schlechteste Lösung!
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Das Wetter wird zunehmend besser, die Sonnenstrahlen schauen hervor - langsam sind sie wieder da: gemeint sind die Zecken - kleine Spinnentiere, die in hohem Gras oder Gebüsch lauern. Zecken haben Beißwerkzeige, die sich recht fest in der Haut verankern können und somit sind sie nicht immer ganz einfach zu entfernen. Frühere Empfehlungen, sie mit Öl oder Klebstoff zu bearbeiten, sind nicht mehr aktuell. Am besten greift man sie mit einer Pinzette oder - besser - einer speziellen Zeckenzange (die es auch aus Plastik gibt) dicht über der Haut und versucht sie, gerade herauszuziehen. Wenn die Zecke sich schon recht voll mit Blut vollgesaugt hat, sollte man besonders vorsichtig sein, nicht den Körper zu quetschen, da dann unter Umständen Erreger in die Blutbahn gedrückt werden, sondern vor dem Kopf der Zecke zuzufassen. Zecken können vor allem 2 verschiedene Erreger übertragen: Da ist zu einen der Erreger der Frühsommermeningo - encephalitis (FSME) , ein Erreger, der eine Hirnhautentzündung übertragen kann und zum anderen sind es Borrelien , die von Zecken übertragen werden. Die FSME kommt vorwiegend in südlichen Landesteilen Deutschlands vor, aber auch um Marburg herum gibt es zB. schon ein FSME-Gebiet. Weite Teile Osteuropas, aber auch Österreich und sogar Südschweden sind von FSME betroffen. Im Bergischen Land und Rheinland gibt es bisher keine FSME-Fälle, somit ist auch hier keine Impfung erforderlich. Damit ist das Thema “Impfung” schon angesprochen: Im Gegensatz zu der durch Borrelien vermittelten Erkrankung “Borreliose” , für die es keine Impfung gibt, existiert ein Impfstoff gegen die FSME. So sollten zB. Urlauber, die ein FSME-Gebiet (Karten sind auch im Internet abrufbar ) besuchen, sich zuvor impfen lassen, wenn sie durch “Wald und Wiese” wandern möchten. Die Impfung besteht aus 3 Impftstoffgaben. Für Reisen in ein deutsches FSME- Gebiet übernehmen übrigens die gesetzlichen Krankenkassen die Impfkosten (aus Gleichstellungsgründen, da ja Bewohner von FSME-Gebieten, die im Freien arbeiten, geimpft sein sollten). Im Ausland gelten dagegen abweichende Regeln - grundsätzlich besteht hier seitens der Krankenkassen keine Pflicht zur Kostenübernahme, aber es gibt einige Krankenkassen, die die Impfung auch in diesem Fall übernehmen! Wichtig auch zu wissen: nicht jede Zecke ist infiziert, und nicht jeder Biß einer infizierten Zecke führt auch zur Erkrankung. Da Borrelien überall (auch in unseren Breiten) übertragen werden können, ist einerseits eine Prophylaxe (Vorbeugung) sinnvoll (Tragen langärmeliger Kleidung, ggf. lange Hosen, geschlossene Schuhe), andererseits ist es gut, einen Zeckenbiß rasch zu erkennen, denn innerhalb der ersten 12 Stunden wird höchst selten eine Borreliose übertragen. Daher ist es zweckmäßig, nach einem Aufenthalt im Freien die Haut auf mögliche Zecken zu untersuchen (es sind kleine, ca. 5-8 mm große Tiere). Hat sich eine Zecke erst einmal nach langem Kontakt vollgesogen (dann ist sie praller und größer) und besteht um die Bißstelle herum eine größere ringförmige Rötung, die allmählich nach außen wandert, ist dies dann verdächtig auf eine Infektion. Ein Labortest bringt allerdings in dieser Phase keine Klarheit, man kann aber in solchen Fällen eine antibiotische Behandlung erwägen. Wird in dem Stadium der “Wanderröte (Erythema migrans)” die Borreliose nicht behandelt, kann sie auf weitere Organe übergreifen. Bei zurückliegendem Zeckenbiß sollte dann an eine Borreliose gedacht werden, wenn Fieber und Glieder- sowie Muskelschmerzen auftreten ohne typ. Erkältungszeichen. In dieser Phase ist eine antibiotische Behandlung sinnvoll und erfolgsversprechend. Wenn in einem weiteren Stadium das Nervensystem betroffen ist, kann die Erkrankung allerdings hartnäckig und schwerwiegend sein.
Zeckenbiß - was tun?
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Zur Zeit werden wieder die Grippeschutzimpfungen angeboten. Zielgruppe sind insbesondere die über 60 - Jährigen, chronisch kranke Patienten (zB. Hypertoniker, Diabetiker) und Personen mit besonderer beruflicher Exposition. Ist eine solche Impfung sinnvoll, auch wenn man selten “erkältet” ist ? Zunächst einmal muss man hier unterscheiden: die Grippeschutzimpfung wirkt bei Influenza - Erregern, also den Erregern der “echten Grippe”, die mit hohem Fieber, stark beein trächtigtem Allgemeinbefinden und zuweilen auch tödlichem Verlauf einhergeht. Gegen die mehr als 100 verschiedenen Erreger einer “Erkältung” ist sie nur zu einem kleinen Teil wirksam; es besteht wohl eine gewisse Verwandschaft zu Influenza-Erregern, aber man kann sehr wohl auch nach der “Grippeimpfung” eine Erkältung bekommen. Viele Patienten berichten uns, dass sie nach der Grippeimpfung allerdings viel seltener eine “Erkältung” erlitten haben, und wenn doch, dann meist mit milderem Verlauf. Immer wieder hört man das Argument: “Ich bin einmal gegen Grippe geimpft worden, dann richtig krank geworden - das mache ich nie wieder!”. Geimpft wird mit abgetöteten Erregern, mit denen sich der Körper auseinandersetzt. Dadurch kann es am Folgetag der Impfung zuweilen Symptome geben, die dem Beginn einer Erkältung ähnlich sind. Dies ist eine normale Impfreaktion, die auch zumeist harmlos verläuft. Impft man dagegen in einen bestehenden Infekt hinein, so kann die körpereigene Abwehr bei dieser Doppelbelastung des Immunsystems “zusammenbrechen” und ein stärkerer grippaler Infekt auftreten. Daher sollte die Grippeschutzimpfung nur dann erfolgen, wenn man weitgehend infektfrei ist. Junge Patienten ohne Risikofaktoren und chronische Krankheiten können, müssen aber nicht geimpft werden, da sie meist auch eine Influenza gut überstehen. Hier tragen die Krankenkassen in der Regel nicht die Impfung (als Selbstzahlerleistung dennoch möglich). Ansonsten wird die Impfung von den gesetzlichen und auch privaten Kassen übernommen. Die Grippe ist in Deutschland die Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen. Jährlich sterben weltweit an ihr 250.000 bis 500.000 Menschen. Die meisten Todesfälle in Deutschland in den letzten zehn Jahren gab es mit geschätzten 18.700 in der Grippesaison 2008/2009 und geschätzten 20.600 im Winter 2012/2013. Auch die Impfung schützt nicht zu 100% vor dem Ausbruch der Erkrankung, aber die Verläufe sind häufig viel milder.
Grippeimpfung: Warum sie wertvoll ist!
Medizinische Tipps
© Dr. med. H. Wilke
HausArztZentrum Fürker Strasse
Vielfach scheuen Laien davor zurück, im Falle eines Falles Erste Hilfe zu leisten oder gar sich um eine bewußtlose Person zu kümmern. Dabei kommt es zuweilen auf Sekunden an, die darüber entscheiden, ob ein Mensch mit einem Kreislaufstillstand evtl. überleben kann oder nicht. Sie können Hilfe leisten und es ist schon manchem Ersthelfer geglückt, seinen Beitrag dazu zu leisten, dass ein Mensch gerettet werden konnte. Wir möchten Ihnen hierzu Mut machen! Das Wichtigste: Auch wenn die Situation noch so aufregend sein mag, bewahren Sie einen kühlen Kopf und versuchen Sie, folgende Punkte durchzuführen: Bewußtlosigkeit? Verschaffen Sie sich ein Bild der Lage: Ist die Person ansprechbar - dann erfahren Sie ggf., welche Hilfe erforderlich ist. Falls sie bewußtlos ist, versuchen Sie, durch Rufen und Ansprechen von Umstehenden Mithelfer zu bekommen. Atmung? Prüfen Sie kurz, ob die Person atmet (Atembewegungen? Lufthauch?). Wenn nein: Vergewissern Sie sich kurz, ob Fremdkörper (zB. Gebiß) oder Speisereste im Mundraum sind; diese sollte erst entfernt werden (evtl. mit einem Tuch). Dann überstrecken Sie den Kopf nach hinten und heben das Kinn an. Falls irgendwie möglich, sollte ein Notruf durch jemanden, der zB. ein Handy hat, abgesetzt werden - Nummer: 112. Hier ist es wichtig, dass der Betreffende angibt, wo der Patient aufzufinden ist, was vorliegt (”bewußtlose Person”). Evtl. gibt auch die Rettungsleitstelle erste Informationen, wie man weiter verfahren soll! Beginn mit Herzdruckmassage! Es ist nicht grundsätzlich schwer und es kann jeder! Man beginnt mit 30 Herzdruckmassagen (früher wurden weniger empfohlen, dies ist die aktuelle Richtlinie!). Dazu entkleiden Sie rasch den Oberkörper soweit wie möglich und orientieren sich an der Mitte der Brust. Es ist hilfreich, wenn Sie zuvor bei sich selbst schon einmal das Brustbein getastet haben: es ist der Knochen in Brustmitte, der bis zum Oberbauch reicht. In der unteren Brustbeinhälfte ist der optimale Punkt. Knien Sie am besten seitlich vom Patienten und legen die Hände übereinander. Drücken Sie bei gestreckten Armen mit dem Handballen der unten liegenden Hand so auf den Brustkorb, dass er etwa 5-6 cm eingedrückt wird (nicht zu zaghaft). Die Kraft holen Sie am besten aus dem Oberkörper, nicht aus den Armen, sonst wird es schnell ermüdend. Lassen Sie nach jedem Druck den Brustkorb wieder kurz frei. Kennen Sie den alten Disco-Hit “Staying Alive”? Summen Sie ihn in Gedanken mit, dann haben Sie automatisch das richtige Tempo (etwa 100 Druckmanöver pro Minute)! Beatmen. Nach den 30 Massagen sollten 2 Beatmungen erfolgen. Sind Sie allein und schaffen nicht den raschen Wechsel, machen Sie notfalls ohne Beatmung weiter mit der Herzmassage. Sind Sie zu zweit, kann ein Helfer die Mund zu Mund - Beatmung durchführen: Der Helfer legt nach Möglichkeit ein sauberes Tuch über die Mundpartie des Patienten, hält seine Nase mit einer Hand zu und umschließt möglichst die ganze Mundpartie mit seinem Mund. Jetzt tief in den Patienten ausatmen. Danach holt er ein weiteres Mal Luft und wiederholt das Manöver. Wichtig ist, dass die Atemwege frei sind (notfalls den Mund frei räumen, ein evtl. vorhandenes Gebiß entfernen und auch darauf achten, dass der Kopf des Patienten nach hinten überstreckt ist). Alternativ ist die Mund zu Nase - Beatmung: Hier hält man am besten mit einer Hand das Kinn des Patienten hoch, und drückt sanft den Mund zu; jetzt kann man die Atemspende durch die Nase geben. Auch hier sind 2 Atemspenden vorgesehen. Danach erfolgen wieder 30 Herzmassagen. Wann darf man aufhören? Wenn der Patient plötzlich wieder selbst atmet, wenn der Rettungsdienst eingetroffen ist oder man selbst vor Erschöpfung nicht mehr helfen kann (!). Vielfach gibt es in öffentlichen Gebäuden bereits sogenannte Defibrillatoren, die von Laien bedient werden können. Scheuen Sie sich nicht, ein solches Gerät zu benutzen - sie können kaum etwas falsch machen! Das Gerät führt Sie - meist sprachassistiert - durch die einzelnen Bedienungsschritte, wenn Sie es eingeschaltet haben und entscheidet, ob ein Elektroschock zur Behebung des Herzstillstandes abgegeben werden darf. Sind Sie allerdings unsicher oder das Gerät lässt sich nicht rasch genug einsatzbereit machen, sollten Sie erst einmal mit der Herzdruckmassage weitermachen. Nochmals: Solange keine professionelle Hilfe vor Ort ist, hat der Patient nur Sie als Retter - helfen Sie einfach. Nichts zu tun, aus Angst, etwas falsch zu machen, ist die schlechteste Lösung!
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Das Wetter wird zunehmend besser, die Sonnenstrahlen schauen hervor - langsam sind sie wieder da: gemeint sind die Zecken - kleine Spinnentiere, die in hohem Gras oder Gebüsch lauern. Zecken haben Beißwerkzeige, die sich recht fest in der Haut verankern können und somit sind sie nicht immer ganz einfach zu entfernen. Frühere Empfehlungen, sie mit Öl oder Klebstoff zu bearbeiten, sind nicht mehr aktuell. Am besten greift man sie mit einer Pinzette oder - besser - einer speziellen Zeckenzange (die es auch aus Plastik gibt) dicht über der Haut und versucht sie, gerade herauszuziehen. Wenn die Zecke sich schon recht voll mit Blut vollgesaugt hat, sollte man besonders vorsichtig sein, nicht den Körper zu quetschen, da dann unter Umständen Erreger in die Blutbahn gedrückt werden, sondern vor dem Kopf der Zecke zuzufassen. Zecken können vor allem 2 verschiedene Erreger übertragen: Da ist zu einen der Erreger der Frühsommermeningo - encephalitis (FSME) , ein Erreger, der eine Hirnhautentzündung übertragen kann und zum anderen sind es Borrelien , die von Zecken übertragen werden. Die FSME kommt vorwiegend in südlichen Landesteilen Deutschlands vor, aber auch um Marburg herum gibt es zB. schon ein FSME-Gebiet. Weite Teile Osteuropas, aber auch Österreich und sogar Südschweden sind von FSME betroffen. Im Bergischen Land und Rheinland gibt es bisher keine FSME-Fälle, somit ist auch hier keine Impfung erforderlich. Damit ist das Thema “Impfung” schon angesprochen: Im Gegensatz zu der durch Borrelien vermittelten Erkrankung “Borreliose” , für die es keine Impfung gibt, existiert ein Impfstoff gegen die FSME. So sollten zB. Urlauber, die ein FSME-Gebiet (Karten sind auch im Internet abrufbar ) besuchen, sich zuvor impfen lassen, wenn sie durch “Wald und Wiese” wandern möchten. Die Impfung besteht aus 3 Impftstoffgaben. Für Reisen in ein deutsches FSME- Gebiet übernehmen übrigens die gesetzlichen Krankenkassen die Impfkosten (aus Gleichstellungsgründen, da ja Bewohner von FSME-Gebieten, die im Freien arbeiten, geimpft sein sollten). Im Ausland gelten dagegen abweichende Regeln - grundsätzlich besteht hier seitens der Krankenkassen keine Pflicht zur Kostenübernahme, aber es gibt einige Krankenkassen, die die Impfung auch in diesem Fall übernehmen! Wichtig auch zu wissen: nicht jede Zecke ist infiziert, und nicht jeder Biß einer infizierten Zecke führt auch zur Erkrankung. Da Borrelien überall (auch in unseren Breiten) übertragen werden können, ist einerseits eine Prophylaxe (Vorbeugung) sinnvoll (Tragen langärmeliger Kleidung, ggf. lange Hosen, geschlossene Schuhe), andererseits ist es gut, einen Zeckenbiß rasch zu erkennen, denn innerhalb der ersten 12 Stunden wird höchst selten eine Borreliose übertragen. Daher ist es zweckmäßig, nach einem Aufenthalt im Freien die Haut auf mögliche Zecken zu untersuchen (es sind kleine, ca. 5-8 mm große Tiere). Hat sich eine Zecke erst einmal nach langem Kontakt vollgesogen (dann ist sie praller und größer) und besteht um die Bißstelle herum eine größere ringförmige Rötung, die allmählich nach außen wandert, ist dies dann verdächtig auf eine Infektion. Ein Labortest bringt allerdings in dieser Phase keine Klarheit, man kann aber in solchen Fällen eine antibiotische Behandlung erwägen. Wird in dem Stadium der “Wanderröte (Erythema migrans)” die Borreliose nicht behandelt, kann sie auf weitere Organe übergreifen. Bei zurückliegendem Zeckenbiß sollte dann an eine Borreliose gedacht werden, wenn Fieber und Glieder- sowie Muskelschmerzen auftreten ohne typ. Erkältungszeichen. In dieser Phase ist eine antibiotische Behandlung sinnvoll und erfolgsversprechend. Wenn in einem weiteren Stadium das Nervensystem betroffen ist, kann die Erkrankung allerdings hartnäckig und schwerwiegend sein.
Zeckenbiß - was tun?
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Zur Zeit werden wieder die Grippeschutzimpfungen angeboten. Zielgruppe sind insbesondere die über 60 - Jährigen, chronisch kranke Patienten (zB. Hypertoniker, Diabetiker) und Personen mit besonderer beruflicher Exposition. Ist eine solche Impfung sinnvoll, auch wenn man selten “erkältet” ist? Zunächst einmal muss man hier unterscheiden: die Grippeschutzimpfung wirkt bei Influenza-Erregern, also den Erregern der “echten Grippe”, die mit hohem Fieber, stark beein trächtigtem Allgemeinbefinden und zuweilen auch tödlichem Verlauf einhergeht. Gegen die mehr als 100 verschiedenen Erreger einer “Erkältung” ist sie nur zu einem kleinen Teil wirksam; es besteht wohl eine gewisse Verwandschaft zu Influenza-Erregern, aber man kann sehr wohl auch nach der “Grippeimpfung” eine Erkältung bekommen. Viele Patienten berichten uns, dass sie nach der Grippeimpfung allerdings viel seltener eine “Erkältung” erlitten haben, und wenn doch, dann meist mit milderem Verlauf. Immer wieder hört man das Argument: “Ich bin einmal gegen Grippe geimpft worden, dann richtig krank geworden - das mache ich nie wieder!”. Geimpft wird mit abgetöteten Erregern, mit denen sich der Körper auseinandersetzt. Dadurch kann es am Folgetag der Impfung zuweilen Symptome geben, die dem Beginn einer Erkältung ähnlich sind. Dies ist eine normale Impfreaktion, die auch zumeist harmlos verläuft. Impft man dagegen in einen bestehenden Infekt hinein, so kann die körpereigene Abwehr bei dieser Doppelbelastung des Immunsystems “zusammenbrechen” und ein stärkerer grippaler Infekt auftreten. Daher sollte die Grippeschutzimpfung nur dann erfolgen, wenn man weitgehend infektfrei ist. Junge Patienten ohne Risikofaktoren und chronische Krankheiten können, müssen aber nicht geimpft werden, da sie meist auch eine Influenza gut überstehen. Hier tragen die Krankenkassen in der Regel nicht die Impfung (als Selbstzahlerleistung dennoch möglich). Ansonsten wird die Impfung von den gesetzlichen und auch privaten Kassen übernommen. Die Grippe ist in Deutschland die Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen. Jährlich sterben weltweit an ihr 250.000 bis 500.000 Menschen. Die meisten Todesfälle in Deutschland in den letzten zehn Jahren gab es mit geschätzten 18.700 in der Grippesaison 2008/2009 und geschätzten 20.600 im Winter 2012/2013. Auch die Impfung schützt nicht zu 100% vor dem Ausbruch der Erkrankung, aber die Verläufe sind häufig viel milder.
Grippeimpfung: Warum sie wertvoll ist!